Das bundesweite Planspiel "UNEP - Internationale Umweltpolitik hautnah erleben" rückt die Jugendlichen spielerisch ins Zentrum der politischen Entscheidung: Einen Schultag lang schlüpfen 15- bis 20-Jährige in die Rolle internationaler Delegierter, um nachzuvollziehen, wie internationale politische Entscheidungsprozesse zu umweltpolitischen Fragen ablaufen und wie Ergebnisse zustande kommen. Damit die Jugendlichen einen konkreten Bezug zu den globalen Themen entwickeln können, findet nachfolgend eine Übertragung auf ihre Stadt und ihren Alltag statt, immer mit dem Erkenntnisziel: Man kann auch als Einzelner vor Ort etwas für die Umwelt und für eine nachhaltige Entwicklung tun.
Der globale Klimawandel, die weltweite Wasserknappheit und die zunehmende Bedrohungder Artenvielfalt - anhand eines dieser Schwerpunktthemen und als Vertreter eines Staates mit bestimmten Interessen durchlaufen die Spieler/innen verschiedene politische Gremien und setzen sich mit der eigenen Position und den Standpunkten anderer Staaten auseinander. Sie ergründen dabei divergierende Standpunkte und lernen in der Diskussion eigene Ziele zu verfolgen, Bündnisse zu schließen und mehrheitsfähige Lösungen zu finden.
Förderung der Bewertungs- und EntscheidungskompetenzEin wichtiges Ziel des Planspiels ist die Förderung der Entscheidungs- und Bewertungskompetenz durch einen inhaltlichen Perspektivenwechsel, der durch konkrete handlungsorientierte Aufgabenstellungen initiiert wird. Es soll eine aktive Auseinandersetzung der jungen Planspielakteure mit politischen Themen und Entscheidungen herbeigeführt werden. Dabei sollen die Jugendlichen in erster Linie für die Tragweite politischer Entscheidungen in Sachen Umweltveränderungen und für den hohen Stellenwert der nachhaltigen Entwicklung sensibilisiert werden.
Das Planspiel "UNEP - Internationale Umweltpolitik hautnah erleben" wurde von 2008 bis 2010 im Rahmen eines von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderten Projekts mit dem Titel "Das United Nations Environment Programme in der Umweltbildung" entwickelt. Das Spiel wurde vom Wissenschaftsladen Bonn e. V. und der Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 Nordrhein-Westfalen e. V. entwickelt. Das Projekt gliederte sich in zwei Phasen: Die erste Phase diente der Recherche und der Erarbeitung der Problemstellung des Planspiels sowie der Entwicklung, dem Test und der Optimierung der Spielunterlagen. In der zweiten Phase wurde das Planspiel durchgeführt und ausgewertet. Didaktisch wurde das Projekt von Annette Kemper, Dozentin an der Universität Münster, beratend begleitet.
Zur Stärkung der schulischen Bildung für Nachhaltige Entwicklung wird ein eng mit Lehrer-Online verknüpftes neues Themenportal aufgebaut, ausgebaut und angeboten werden, das Lehrkräften Materialien, Tipps und Anregungen zur schulischen Umweltbildung allgemein und speziell zur Bildung für nachhaltige Entwicklung gibt. Die inhaltliche Basis des "Themenportals BNE" stellen Unterrichtseinheiten, Fachartikel und Unterrichtsanregungen dar, die auf Ergebnissen aus DBU-Förderprojekten aufsetzen.
Bildung für nachhaltige Entwicklung, Sozioökonomie, Ökologie, Umweltschutz